MAIN POST Am dünnen Seil über die Schlucht |
 Der Zeitlofser Kai Wawerzinek betreibt eine Sicherheitsfirma und schult Leute für Krisengebiete Rund um den Globus gibt es Krisenherde aus denen Reporter berichten. Einige werden bei diesen Auslandsaufenthalten verletzt oder kommen ums Leben. Um Journalisten und Unternehmer, die beruflich in Krisenregionen zu tun haben, auf die Gefahren des Alltags zu sensibilisieren, hat die Firma „SAS Trainingsgruppe“ am Wochenende eine Veranstaltung bei Zeitlofs angeboten. Aus ganz Deutschland waren die acht Teilnehmer angereist, unter denen auch zwei Frauen waren.
Am Samstag fand ein theoretischer Teil statt, bei dem die Teilnehmer informiert wurden, welche Ausrüstung man zum eigenen Schutz benötigt. Kai Wawerzinek, Leiter der Firma SAS, der mit seinem Team das Sicherheitstraining organisierte, zeigte den Teilnehmern, wie verschiedene Waffen ausschauen und sensibilisierte sie im Umgang mit und im Erkennen von Minen. Auf dem Stundenplan stand auch Orientierung mit Karte und Kompass.
Ergänzt wurde der theoretische Teil von einem praktischen. Wie finde ich mich im Gelände zurecht, wenn ich von meiner Ausrüstung getrennt werde? Wie kann ich mich im Wald ernähren? Wie finde ich mich in der Natur zurecht? Diese fürs überleben womöglich wichtigen Sachen lernten die Teilnehmer. „Alles was sie brauchen, um im Ernstfall zu überleben“, stellte Wawerzinek fest. Die Praxis begann mit einem Fünf-Kilometer-Marsch. Bergauf. Ein Ziel war eine kleine Schlucht oberhalb von Zeitlofs.
Die Teilnehmer mussten sich an einem Seil darüber hangeln. Dabei waren sie zwar gesichert. Dennoch verlangte es Mut. Das dünne Seil war in rund fünf Metern Höhe angebracht. Zusätzlich zündete Kai Wawerzinek, der selbst bereits ein Jahr im Irak gearbeitet hat, eine Rauchbombe, um die Szenerie noch mehr nach Gefahr aussehen zu lassen.
Als alle Teilnehmer die Schlucht überwunden hatten, hieß es auf einem umgefallenen Baum die Schlucht erneut zu durchqueren um den Marsch fortzusetzen. Ein paar Kilometer war alles ruhig.
Doch dann gerieten die Teilnehmer in eine Geiselnahme, die realitätsgetreu gespielt wurde. Da sich einige der Teilnehmer auf einen Aufenthalt in Georgien vorbereiten, war die Geiselnahme auf russisch. Zuerst konnten sich die Teilnehmer des Sicherheitstrainings aus der Hand der Geiselnehmer befreien.
Sie gerieten dann jedoch erneut in einen Hinterhalt und zusätzlich in ein Minenfeld. Alle konnten sich jedoch ins Lager durchschlagen, wo die Geschehnisse unterwegs und das Verhalten bei der Gefangennahme besprochen wurden.
Auf die Idee, solches Sicherheitstraining anzubieten, kam Wawerzinek, der in Fulda eine Sicherheitsfirma betreibt aufgrund seiner eigenen Erfahrungen. Er hat sich einest selbst mit einem solchen Lehrgang vorbereitet, doch der erschien ihm zu realitätsfern.
Basierend auf seinen Erfahrungen bei der Bundeswehr und beim Aufenthalt im Irak, entwickelte er ein Sicherheitstraining, das Reporter oder Unternehmer schult, die in Krisengebiete gehen. „Mit ist wichtig, dass die Teilnehmer rausgehen und was gelernt haben“, sagt Wawerzinek. Ebenso sei wichtig, dass ihre Sinne für mögliche Gefahren geschärft wurden.
20.10.2008 16:55 Uhr Lena Berger |
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